
Netzwerktreffen „Frühe Hilfen“ und „Kinderschutz“
Fokusthema „Medizinischer Kinderschutz“Bad Salzuflen (11.03.2026)
Die Aufgaben des „Medizinischen Kinderschutzes“ umfassen neben der Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Intervention in Fällen von körperlicher, emotionaler oder sexualisierter Gewalt sowie Vernachlässigung auch die Qualitätssicherung, Intervision und Fortbildung. Das erfordert auch eine offene Kommunikation sowie eine aktive Zusammenarbeit der relevanten Bereiche der Kinder- und Jugendhilfe in Bad Salzuflen wie Träger, Schulen, Kitas, Polizei und Jugendamt. Daher trafen sich für einen interdisziplinären Austausch die Netzwerke „Frühe Hilfen“ und „Kinderschutz“ am vergangenen Montag (09. März 2026) zu einer fachlich kompetenten und praxisnahen Veranstaltung mit mehr als 40 Fachkräften im Kinder- und Jugendzentrum „@on!“ in Schötmar.
Im Fokus drei Referate zu zahnmedizinischen und kinderärztlichen Perspektiven
Der Nachmittag wurde geprägt durch drei fachlich fundierte Vorträge. Dr. Maren Müller‑Schiefer vom Zahnärztlichen Dienst des Kreises Lippe eröffnete mit einem Beitrag zum zahnmedizinischen Kinderschutz und lieferte praxisnahe Hinweise zur Erkennung sowie Dokumentation möglicher Misshandlungs- oder Vernachlässigungszeichen im Mund- und Kieferbereich. Anschließend referierte Dr. Katharina Hübner, Beauftrage für zahnmedizinische Prävention Bezirksstelle Lippe, zum Thema „Zahnmedizinischer Kinderschutz und Zahngesundheit“.
Dabei stellte die Referentin neben klinischen Beobachtungen auch das Präventionsprojekt „Gemeinsam gegen Karies“ vor, das von der interdisziplinären Initiative gegen frühkindliche Karies erarbeitet wurde und frühe zahnärztliche Begleitung und Elternbildung verbindet. Den kinderärztlichen Blick ergänzte Simone Kellner vom Kinder- und Jugendmedizinischer Dienst des Kreises Lippe, indem sie in ihrem Vortrag die Schnittstellen zwischen medizinischer Diagnostik, Schutzeinschätzungen und dem Vorgehen in Verdachtsfällen hervorhob.
Netzwerktreffen stärkt medizinische Expertise für regionale Kinderschutzprozesse
Nach Abschluss der Veranstaltung zogen die Teilnehmenden ein durchweg positives Resümee und betonten die Notwendigkeit engerer Zusammenarbeit zwischen Medizin, Bildungseinrichtungen und Jugendhilfe, um Gefährdungssituationen frühzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen wirksam umzusetzen. Darüber hinaus bot das Netzwerktreffen viel Raum für Fragen und Austausch zum Kernthema. Die Veranstalterinnen sahen es als wichtigen Schritt, die medizinische Fachexpertise noch stärker in den regionalen Kinderschutzprozesse zu verankern. Weitere Treffen und Fortbildungsangebote sind daher in Planung, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit kontinuierlich auszubauen.