Förderberscheid Kulturhaus Lohfeld, © Stadt Bad Salzuflen

Mil­lio­nen-Schub für Bil­dung

8,5 Millionen Euro für klimafreundlichen Ersatzneubau auf dem SZ Lohfeld

Bad Salzuflen (21.08.2026)

Startschuss für ein Zukunftsprojekt: Der Neubau des sogenannten „Kulturhauses“ im Schulzentrum Lohfeld erhält massive finanzielle Unterstützung von der Europäischen Union und vom Land Nordrhein-Westfalen. Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling überreichte heute einen Förderbescheid über stolze 8,5 Millionen Euro an Dirk Tolkemitt, Bürgermeister der Stadt Bad Salzuflen. Die Mittel aus dem europäischen EFRE/JTF-Programm decken rund 80 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten von rund 10,6 Millionen Euro. Ziel ist es, die seit zwei Jahrzehnten genutzten, veralteten Schulpavillons binnen eines Jahres durch ein hochmodernes, barrierefreies Bildungs- und Kulturhaus zu ersetzen.

Kreativer Freiraum und modernste Architektur

Auf rund 1.900 Quadratmetern Nutzfläche soll in innovativer Modulbauweise ein Ort entstehen, der schulisches Lernen und kulturelles Leben vereint - nach aktuellem Stand bis Ende 2027. Das Herz des Neubaus schlägt im musischen und künstlerischen Bereich: Fünf modernste Kunsträume, vier Musikräume und ein professionell ausgestatteter Bandübungsraum bieten den Schülerinnen und Schülern optimale Bedingungen zur kreativen Entfaltung.

„Die musikalische und künstlerische Bildung ist wertvoll für die persönliche Entwicklung von Schülerinnen und Schülern. Sie ermöglicht, eigene Ideen und Gefühle auszudrücken und fördert das Selbstbewusstsein und die soziale Kompetenz. Der Neubau schafft einen Ort für die kreative Entfaltung, der den modernen Anforderungen an die Energieeffizienz entspricht. Gerne unterstützen die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen das Projekt“, sagt Anna Katharina Bölling, Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Detmold. Besonders lobend hob sie hervor, dass die Stadt Bad Salzuflen eine von nur zwei Kommunen im gesamten Regierungsbezirk sei, die aus dem begrenzt verfügbaren Förderaufruf gefördert werden. Dies sei der schnellen, aber vor allem inhaltlich überzeugenden Arbeit zu verdanken, da der Zeitrahmen zur Förderbeantragung eng gewesen sei.

Antwort auf steigende Schülerzahlen durch G9

Der Ersatzneubau kommt zur rechten Zeit, da die bisherigen Kapazitäten am Schulzentrum Lohfeld bereits an ihre Grenzen stoßen. Insbesondere die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) führt ab dem Schuljahr 2026/27 am Rudolph-Brandes-Gymnasium zu einem spürbaren Anstieg der Schülerzahlen. Das neue Kulturhaus schafft hier verlässlich Raum für Unterricht, Differenzierung und Aufenthaltsqualität, freut sich Catharina Cramer, Schulleiterin der Eduard-Hoffmann-Realschule.

„Der Ersatzneubau ist für die Schulgemeinschaft der drei Schulen eine gewaltige Erleichterung. Mit dem Wechsel zu G9 wachsen unsere Schülerzahlen deutlich – wir brauchen diesen Platz dringend. Auf die top ausgestatteten Kunst- und Musikräume freuen sich Jugendliche wie Lehrkräfte gleichermaßen“ wie Burkhard Schmidt, stellvertretender Leiter des Rudolph-Brandes-Gymnasiums und Musiklehrer, erklärt.

Und Anja Ludolph, Schulleiterin der benachbarten Hauptschule, freut sich besonders, „dass wir demnächst beim Blick aus dem Fenster nicht mehr auf alte Pavillons, sondern ein tolles neues Gebäude schauen werden“. Die Hauptschule Lohfeld war zugleich der letzte Nutzer der Pavillons, bevor sie vor drei Jahren ihren Neubau beziehen konnte.

Synergien für Schule, Vereine und Klimaschutz

Über den Schulbetrieb hinaus setzt das Vorhaben neue Maßstäbe für das gesellschaftliche und sportliche Zusammenleben vor Ort. Integrierte Umkleide- und Sanitärräume ergänzen die für 2026 geplante neue Kunstrasenfläche anstelle des bisherigen Tennenplatzes in der Nachbarschaft zum geplanten Neubau. Der Platz - und damit auch der Umkleidebereich sollen nach Fertigstellung die neue Heimstatt des SC Salzuflen werde, der dafür sein bisheriges Quartier in der Waldstraße verlässt.  Ein weiterer wichtiger Punkt für das neue Gebäude: Es ist als Effizienzgebäude 40 konzipiert und reduziert dank recyclingfähiger Dämmstoffe und modernster Technik den Primärenergiebedarf auf ein Minimum.

„Diese 8,5 Millionen Euro Fördergeld sind ein echter Meilenstein für Bad Salzuflen. Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir lösen die veralteten Pavillons ab und schaffen einen Lern- und Begegnungsort, von dem Schulen und Vereine gleichermaßen profitieren. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Schülerinnen und Schüler oft ganztags in der Schule sind, wollen wir Vereinsleben, Freizeit und Schule besser zum Wohle unserer Kinder verzahnen und zueinander bringen. Das stärkt unser Miteinander und unsere Kultur nachhaltig“, macht Bürgermeister Dirk Tolkemitt deutlich.

Finanzielle Weichenstellung für die Zukunft

Mit der Übergabe des Zuwendungsbescheides ist das Fundament für die bauliche Zukunft des Schulzentrums gelegt. Im nächsten Schritt stehen nun Gespräche mit potenziellen Generalübernehmern an, die als Hersteller, Planer und Bauträger fungieren, erklärt Christian Stiller, Abteilungsleiter Projektbau des städtischen Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft. Dazu dient ein erster Vorentwurf als Gesprächsgrundlage, welcher das gewünschte Raumprogramm enthält. „Je nach Hersteller kann es da zu kleineren Abweichungen kommen, aber der Rahmen steht.“

Fazit des sichtlich zufriedenen Bürgermeisters: „Damit sind die Weichen für eine moderne, nachhaltige und zukunftssichere Bildungslandschaft mit hohem Freizeit-Mehrwert im Schulzentrum Lohfeld endgültig gestellt“.