Vor der anstehenden Dachsanierung des historischen Bad Salzuller Brunnendenkmals trafen sich an der Paulinenquelle auf dem Salzhof zum Besichtigungstermin (von links) Bürgermeister Dirk Tolkemitt, Holger Menke und Dörthe Holzmeier (beide Handwerksbetrieb HM-Dachtechnik, Bad Salzuflen), Dr. Stefan Wiesekopsieker, HVV-Vorsitzender), Brigitte Scheuer (stellv. HVV-Vorsitzende) und Manuela Buchholz (Untere Denkmalbehörde, Stadt Bad Salzuflen). , © Stadt Bad Salzuflen

Bad Sal­zu­fler Brun­nen­denk­mal „Pau­li­nen­quel­le“

vom Patina-Grün zu einem kupferroten Glanz

Die Paulinenquelle auf dem Bad Salzufler Salzhof erhält eine umfassende Erneuerung. Das Dach des prägenden Brunnendenkmals, das die Geschichte der örtlichen Salzgewinnung repräsentiert, wird neu eingedeckt. Es besteht aus Kupferblech und oxidierte im Laufe der Jahrzehnte aufgrund von Witterungseinflüssen. Wer also in nächster Zeit am Salzhof vorbeigeht, wird eine optische Veränderung erleben, denn die vertraute grüne Patina weicht einem frischen Farbton - ein strahlendes Kupferrot.

Im Zuge der anstehenden Arbeiten am Brunnenhaus wird die in die Jahre gekommene und beschädigte Eindeckung komplett ausgetauscht. „Das Dach des Brunnenhauses wurde aus Kupferblech gefertigt, das im Laufe der Zeit von kupferrot zu grün oxidierte“, erklärt Holger Menke vom ausführenden Handwerksbetrieb HM-Dachtechnik aus Bad Salzuflen. Durch die Erneuerung wird das Dach des Denkmals nach Abschluss der Sanierungsarbeiten zunächst wieder in seiner ursprünglichen Farbe leuchten, bevor der natürliche Oxidationsprozess erneut einsetzt.

Finanzielle Unterstützung im HVV-Jubiläumsjahr
Die Gesamtkosten für die Neueindeckung belaufen sich auf rund 25.000 Euro. Einen Beitrag von 2500 Euro steuert der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) Bad Salzuflen bei, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert. Der Mitte August 1876 gegründete Verein gehört zu den ältesten Ortsvereinen des Lippischen Heimatbundes und zählt heute gut 600 Mitglieder. Unter der Führung von Dr. Stefan Wiesekopsieker und Brigitte Scheuer engagiert sich der Verein weiterhin für die historischen Wurzeln der Stadt.

So unterstreicht Bürgermeister Dirk Tolkemitt die Bedeutung des Bauwerks für die Salzestadt: „Ein besonderer Bau, ein wichtiges Denkmal und ein großes Stück Geschichte.“ Tolkemitt hob lobend den Einsatz des HVV hervor, „der zu seinem besonderen Geburtstag seinem Namen alle Ehre macht.“ Ergänzend beschreibt der HVV-Vorsitzende Dr. Stefan Wiesekopsieker die Kernziele des Vereins: „Die Verschönerung der Stadt und ihrer nächsten Umgebung – und die Geschichte des Ortes vermitteln und für die Nachwelt erhalten.“

Ein Denkmal als Zeuge der Stadtgeschichte
Die Paulinenquelle auf dem Salzhof erinnert an die Jahrhunderte überspannende Tradition der Salzgewinnung, die Bad Salzuflen seit dem Mittelalter Wohlstand brachte. Im Jahr 1802 ließ Fürstin Pauline die Quelle durch eine 63 Meter tiefe Bohrung neu erschließen, um das Salzwasser über einen hölzernen Pumpenturm zu fördern. Mit der Inbetriebnahme des ersten Badehauses im Jahr 1818 gewann der Kurbetrieb zunehmend an Bedeutung, während der Salzhandel an Gewicht verlor und 1920 auf den damaligen Betriebshof an der Bismarckstraße verlagert und 1945 endgültig eingestellt wurde.

Nach dem Abriss der alten Gebäude auf dem Salzhof entstand 1934 das heutige, zwei Meter hohe Brunnenhaus nach Entwürfen des Architekten Rudolf Günther und des Bildhauers Gustav Reitner. Reliefs aus Muschelkalk zeigen Szenen der historischen Salzgewinnung, während eine Stele mit der Aufschrift „Paulinen Quelle 1802 - 1934“ das Stadtwappen trägt.

Umfang der Sanierung zeigt sich nach dem Rückbau
Da die bisherige Kupfereindeckung aufgrund von Schäden nicht mehr erhaltungsfähig ist, steht nun die handwerkliche Umsetzung bevor. Erst bei den laufenden Arbeiten wird sich das genaue Ausmaß der notwendigen Maßnahmen an der Unterkonstruktion aus Beton offenbaren. „Erst nach Abnahme des alten Daches kann die Struktur darunter betrachtet werden. Ob noch weitere Sanierungsmaßnahmen notwendig sein werden, lässt sich dann erst sagen“, erläutert Manuela Buchholz von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bad Salzuflen den weiteren Ablauf der Maßnahme. Parallel befindet sich die Kupfertür, der Eingang zur Brunnenstube, beim Restaurator.

Öffnung zum Tag des offenen Denkmals
Für interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt bietet sich die Gelegenheit, das Denkmal eingehender zu besichtigen. Am „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag (13. September 2026), ist die Paulinenquelle auf dem Salzhof in der Zeit von 12 bis 16 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Städtischerseits begleitet Michael Niehöster vom Fachdienst Tiefbau das Sanierungsprojekt und steht an diesem Tag Interessierten Rede und Antwort.