Pflegekinderdienst Titelbild, © Adobe Stock

Pfle­ge­kin­der­dienst

Pflegeeltern werden – Ein Zuhause schenken, Zukunft ermöglichen
 

Herzlich willkommen beim Pflegekinderdienst

Nicht jedes Kind kann in seiner Herkunftsfamilie aufwachsen. Manche Familien geraten durch Krankheit, Überforderung, Sucht, psychische Belastungen, Tod eines Elternteils oder andere schwierige Lebenssituationen in eine Krise, sodass Kinder vorübergehend oder dauerhaft ein neues Zuhause benötigen. In diesen Fällen können Pflegefamilien Kindern einen sicheren Ort bieten, an dem sie Geborgenheit, Stabilität und verlässliche Beziehungen erleben.

Pflegeeltern übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe und leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Der Pflegekinderdienst begleitet Sie auf diesem Weg – von der ersten Information über die Vorbereitung bis hin zur langfristigen Unterstützung während des Pflegeverhältnisses.

Wenn Sie sich vorstellen können, einem Kind ein Zuhause zu schenken oder sich zunächst unverbindlich informieren möchten, freuen wir uns auf den Austausch mit Ihnen.

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Pflegefamilie Informationsflyer

FAQs - Pfle­ge­fa­mi­lie wer­den

Alles Wissenswerte auf einen Blick
Was be­deu­tet Voll­zeit­pfle­ge?

Die Vollzeitpflege ist eine Hilfe zur Erziehung nach § 33 SGB VIII. Sie richtet sich an Kinder und Jugendliche, die für einen bestimmten Zeitraum oder dauerhaft nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können. Ziel ist es, ihnen ein stabiles und förderliches Lebensumfeld zu bieten, in dem sie sich sicher fühlen und altersgerecht entwickeln können.

Pflegeeltern übernehmen den Alltag mit dem Kind, fördern seine Entwicklung und geben ihm Orientierung. Gleichzeitig bleiben die leiblichen Eltern – sofern dies dem Wohl des Kindes entspricht – ein wichtiger Teil seines Lebens. Der Pflegekinderdienst unterstützt dabei, diese Beziehungen verantwortungsvoll zu gestalten.

Wer kann Pfle­ge­el­tern wer­den?

Pflegeeltern können Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen sein. Ob Sie verheiratet oder unverheiratet sind, allein leben oder in einer Partnerschaft, eigene Kinder haben oder nicht – entscheidend ist nicht Ihre Familienform, sondern Ihre persönlichen Voraussetzungen.

Wichtig ist vor allem, dass Sie Freude am Zusammenleben mit Kindern haben und bereit sind, einem Kind Zeit, Geduld und Geborgenheit zu schenken. Pflegekinder bringen häufig belastende Erfahrungen mit, weshalb Verständnis, Einfühlungsvermögen und Belastbarkeit besonders wichtig sind. Ebenso gehört die Bereitschaft dazu, eng mit dem Jugendamt und mit der Herkunftsfamilie zusammenzuarbeiten.

Darüber hinaus sollten Sie ausreichend Zeit und Platz für ein Kind haben und offen dafür sein, sich auf dessen individuelle Bedürfnisse einzulassen. Im Rahmen des Bewerbungsverfahrens prüfen wir gemeinsam, ob die Voraussetzungen für die Aufnahme eines Pflegekindes erfüllt sind.

Wel­che Kin­der su­chen ei­ne Pfle­ge­fa­mi­lie?

Kinder, die in einer Pflegefamilie leben, sind so unterschiedlich wie ihre Lebensgeschichten. Sie können Säuglinge, Kleinkinder, Schulkinder oder Jugendliche sein. Häufig suchen auch Geschwister gemeinsam ein neues Zuhause, damit sie weiterhin zusammen aufwachsen können.

Viele Pflegekinder haben bereits schwierige Erfahrungen gemacht. Manche haben Vernachlässigung oder Gewalt erlebt, andere mussten aufgrund der Erkrankung oder Überforderung ihrer Eltern ihre vertraute Umgebung verlassen. Deshalb benötigen sie Erwachsene, die ihnen mit Geduld, Verständnis und Verlässlichkeit begegnen.

Jedes Kind bringt seine eigene Persönlichkeit, seine Stärken und seine Bedürfnisse mit. Ziel des Pflegekinderdienstes ist es, für jedes Kind eine Familie zu finden, die möglichst gut zu ihm passt.

Der Weg zur Pfle­ge­fa­mi­lie

Der erste Schritt auf dem Weg zur Pflegeelternschaft ist ein unverbindliches Informationsgespräch. Dabei lernen Sie den Pflegekinderdienst kennen und erhalten die Möglichkeit, alle Ihre Fragen rund um das Thema Pflegefamilie zu stellen. Gleichzeitig können wir gemeinsam überlegen, ob diese Aufgabe zu Ihrer persönlichen Lebenssituation passt.

Wenn Sie sich anschließend für den weiteren Weg entscheiden, beginnt das Bewerbungsverfahren. Dazu gehören persönliche Gespräche, Hausbesuche und verschiedene Nachweise, beispielsweise ein erweitertes Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis. Außerdem nehmen Sie an einer Qualifizierung teil, in der Sie auf die besonderen Anforderungen einer Pflegefamilie vorbereitet werden.

Nach erfolgreichem Abschluss der Vorbereitung beginnt die Vermittlungsphase. Im Vermittlungsprozess steht das Kind im Mittelpunkt: Gesucht wird die Familie, die am besten zu den Bedürfnissen und der Entwicklung des Kindes passt.

Auch nach der Aufnahme eines Pflegekindes endet unsere Begleitung nicht. Der Pflegekinderdienst steht Ihnen dauerhaft mit Beratung, Unterstützung und regelmäßigen Gesprächen zur Seite.

Wie un­ter­stützt der Pfle­ge­kin­der­dienst?

Die Aufnahme eines Pflegekindes ist eine bereichernde, aber auch anspruchsvolle Aufgabe.

Unsere Fachkräfte beraten Sie in allen Fragen rund um die Entwicklung des Kindes, den Familienalltag und die Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie. Regelmäßige Hausbesuche und persönliche Gespräche gehören ebenso dazu wie die Unterstützung in Krisensituationen.

Die vertrauensvolle und kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Pflegekinderdienst ist ein wesentlicher Bestandteil eines Pflegeverhältnisses nach § 33 SGB VIII.

Darüber hinaus bieten wir regelmäßig Fortbildungen, Informationsveranstaltungen und Austauschmöglichkeiten mit anderen Pflegefamilien an. Bei Bedarf arbeiten wir eng mit Kindertagesstätten, Schulen, Therapeutinnen und Therapeuten sowie weiteren Fachstellen zusammen, damit jedes Kind die Unterstützung erhält, die es benötigt.

Er­hal­ten Pfle­ge­el­tern fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung?

Ja. Pflegeeltern erhalten ein monatliches Pflegegeld. Dieses dient dazu, die Kosten für den Lebensunterhalt des Kindes zu decken und die Erziehungsleistung der Pflegeeltern anzuerkennen. Die Höhe richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und dem Alter des Kindes.

Wie lan­ge bleibt ein Pfle­ge­kind in ei­ner Fa­mi­lie?

Ein Pflegeverhältnis kann – wenn alle Beteiligten dies befürworten und die Voraussetzungen vorliegen – grundsätzlich bis zum 21. Lebensjahr fortgeführt werden. Je nach individueller Situation kann auch die Rückkehr in die Herkunftsfamilie eine mögliche Zukunftsperspektive für das Pflegekind sein.

Ha­ben Pfle­ge­kin­der Kon­takt zu ih­ren leib­li­chen El­tern?

In vielen Fällen ja. Soweit der Kontakt dem Wohl des Kindes dient, werden Besuchskontakte gemeinsam geplant und begleitet. Ziel ist es, die Beziehungen zur Herkunftsfamilie verantwortungsvoll zu gestalten und gleichzeitig die Entwicklung des Kindes zu fördern.

Muss ich be­rufs­tä­tig sein oder zu Hau­se blei­ben?

Es gibt hierfür keine allgemeingültige Regelung. Gemeinsam prüfen wir, welche Betreuungsmöglichkeiten den Bedürfnissen des jeweiligen Kindes entsprechen und wie diese mit Ihrer persönlichen Lebenssituation vereinbar sind.

Kann ich aus­wäh­len, wel­ches Kind zu mir kommt?

Sie können Wünsche hinsichtlich des Alters oder anderer Rahmenbedingungen äußern. Entscheidend für jede Vermittlung ist jedoch, welche Familie den Bedürfnissen des jeweiligen Kindes am besten gerecht werden kann.

Pfle­ge­for­men

Nicht jede Pflegefamilie übernimmt dieselbe Aufgabe. Je nach Bedarf des Kindes gibt es unterschiedliche Formen der Pflege.

Die Vollzeitpflege ist auf eine langfristige oder dauerhafte Unterbringung ausgelegt. Hier wächst das Kind über einen längeren Zeitraum in der Pflegefamilie auf und erlebt dort einen verlässlichen Familienalltag.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Verwandtenpflege. In diesen Fällen übernehmen beispielsweise Großeltern, Tanten und Onkel oder andere Verwandte die Betreuung eines Kindes. Auch diese Pflegeverhältnisse werden durch den Pflegekinderdienst begleitet.

Sie möch­ten Pfle­ge­el­tern wer­den?

Vielleicht haben Sie bereits länger darüber nachgedacht, einem Kind ein Zuhause zu geben. Vielleicht sind Sie aber auch erst zufällig auf dieses Thema aufmerksam geworden. Ganz gleich, wo Sie gerade stehen – wir laden Sie herzlich dazu ein, sich unverbindlich beraten zu lassen.

In einem persönlichen Gespräch beantworten wir Ihre Fragen, informieren Sie über den Ablauf und begleiten Sie Schritt für Schritt auf dem Weg zur Pflegefamilie.

Ein Kind braucht keine perfekten Eltern – sondern Menschen, die ihm Sicherheit, Vertrauen und Geborgenheit schenken. Vielleicht sind genau Sie diese Menschen.

Der Weg zur Pfle­ge­fa­mi­lie

Wir begleiten Sie.

Un­ver­bind­li­ches In­for­ma­ti­ons­ge­spräch

Lernen Sie den Pflegekinderdienst kennen und stellen Sie alle Ihre Fragen.

01

Be­wer­bung

Wenn Sie sich für den weiteren Weg entscheiden, reichen Sie Ihre Unterlagen ein.

02

Eig­nungs­prü­fung

Gemeinsam prüfen wir, ob die Voraussetzungen für eine Pflegefamilie erfüllt sind. Dazu gehören unter anderem Gespräche, Hausbesuche und Schulungen.

03

Vor­be­rei­tung

Sie nehmen an Qualifizierungsveranstaltungen teil und werden umfassend vorbereitet.

04

Ver­mitt­lung

Der Pflegekinderdienst sucht für jedes Kind eine Pflegefamilie, die zu seinen individuellen Bedürfnissen, seiner Lebenssituation und seiner Persönlichkeit passt.

05

An­bah­nung

Sie lernen ihr potentielles Pflegekind kennen in Begleitung von uns.

06

Be­glei­tung

Auch nach Aufnahme eines Pflegekindes bleiben wir an Ihrer Seite.

07

Kontakt Pflegekinderdienst

Fachdienst 51 | Jugendamt
Rudolph-Brandes-Allee 19
32105 Bad Salzuflen