Frau Frieda Schmidt, Plantagenarbeiter und lebende Riesenschlange (4,5 m lang), © Stadt Bad Salzuflen

Nach­lass Kä­te Hu­se­mann

Ein Einblick in die deutsche Kolonialgeschichte

Eine Besonderheit in den Beständen des Stadtarchivs ist ein Privatnachlass, der Einblicke in die deutsche Kolonialgeschichte aus der Perspektive der Kolonisierenden ermöglicht.

1913 heiratete die aus Schötmar stammende Frieda Kleböhmer in der deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) den Leiter einer Kautschuk-Plantage, Gottfried Schmidt. Ein Jahr später wurde die Tochter Käte geboren. Im Ersten Weltkrieg wurde Gottfried Schmidt als britischer Kriegsgefangener in ein Lager in Indien verschifft. Aus der Haftzeit sind zahlreiche Briefe und Tagebücher überliefert.

1919 mussten Frieda und Käte Schmidt nach mehrjähriger Internierung die Kolonie verlassen und kehrten nach Schötmar zurück. Den Ehemann und Vater sahen sie nie wieder. Gottfried Schmidt wurde zwar aus der Haft entlassen, starb aber auf der Rückreise an der Spanischen Grippe.

Die Aufzeichnungen und Briefe Gottfried und Frieda Schmidts geben bemerkenswerte Einblicke in das Lagerleben eines deutschen Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg sowie das Leben und Denken deutscher Siedler*innen in der letzten Phase des deutschen Kolonialismus. Als Kolonist*innen waren sie typische weiße Vertreter ihrer Zeit. Ihr Selbst- und Rollenverständnis ging von einer selbstverständlichen Überlegenheit und Machtanspruch gegenüber der einheimischen Bevölkerung aus. Der Nachlass spiegelt damit rassistisches Gedankengut wider, sowie Zeugnisse darüber, wie grausam die afrikanischen Zwangsarbeiter*innen auf der Plantage behandelt worden sind.

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Stadtarchiv Bad Salzuflen
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32105 Bad Salzuflen
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