Neuer „Notfallverbund Lippe - Herford“ mit den Stadtarchiven Bad Salzuflen, Lage, Lemgo und Löhne gegründet: Zur Unterzeichnung der Notfallvereinbarung trafen sich (sitzend von links) Bernd Poggemöller (Bürgermeister Stadt Löhne), Dirk Tolkemitt (Bürgermeister Stadt Bad Salzuflen), Markus Baier (Bürgermeister Stadt Lemgo) und Frank Rayczik
(2. Beigeordneter Stadt Lage; in Vertretung von Bürgermeister Matthias Kalkreuter) gemeinsam mit den Stadtarchivar*innen (stehend von links) Mathis Nolte (Löhne), Sonja Beinlich (Bad Salzuflen), Julia Plötzgen (Lemgo) sowie Lars Sonnenberg (Lage)., © Stadt Bad Salzuflen

Stadt­ar­chi­ve grün­den „Not­fall­ver­bund Lip­pe - Her­ford“

Kreisübergreifende Unterzeichnung in der Kurstadt

Bad Salzuflen (03.03.2025)

In der ostwestfälischen-lippischen Region gibt es zahlreiche Einrichtungen, die Kulturgut von lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung verwahren, um sie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Jede dieser Einrichtungen ist zum Schutz und zum Erhalt der von ihr verwahrten Kulturgüter verpflichtet und für sie verantwortlich. Aufgrund von Naturkatastrophen, Feuer, Wasser, technischen Defekten, äußerer Gewalt oder anderen unvorhersehbaren Ereignissen können jedoch bei jeder dieser Einrichtungen Schäden eintreten, denen mit eigenen Mitteln und Kräften allein nicht begegnet werden kann.

Denn „ein Notfall hält sich nicht an Orts- oder Kreisgrenzen“, betont Bad Salzuflens Bürgermeister Dirk Tolkemitt, der damit auch das gleichnamige Motto einer neu gegründeten Kooperation in den Fokus rückt. „Um im Notfall handlungsfähig zu sein und drohende Schäden schnell erkennen und verhindern oder zumindest eindämmen zu können“, so das Stadtoberhaupt weiter, bedürfe es vorausschauender Risikoanalysen und sinnvoller Präventionspläne. Dafür haben sich ab sofort das Stadtarchiv der Kurstadt sowie die städtischen Archive Lage, Lemgo und Löhne kreisübergreifend zusammengeschlossen und den „Notfallverbund Lippe - Herford“ ins Leben gerufen. 

Gründungsidee von institutionenübergreifenden Notfallverbünden
Die Idee zur Gründung von institutionenübergreifenden Notfallverbünden zum Schutz von Kulturgut stammt aus den Anfängen der 2000er Jahre und wurde von der Brandkatastrophe der „Anna-Amalia-Bibliothek“ in Weimar 2004 und des Einsturzes des Historischen Archivs der Stadt Köln fünf Jahre später beeinflusst, wie Matthias Kalkreuter, Bürgermeister der Stadt Lage, ausführt: „Diese und andere Ereignisse machen deutlich, wie schnell Notfälle auftreten können, die dazu führen, dass wertvolle Kulturgüter auf lange Zeit nicht mehr genutzt werden können oder im schlimmsten Fall sogar gänzlich verloren gehen.“

„Risiken und Gefahren eines Kulturgutsverlusts nehmen eher zu
Markus Baier, Bürgermeister der Stadt Lemgo, ergänzt, dass es sich um Unikate handele, die nicht mehr wiederzubeschaffen seien. „In Zeiten des sich vollziehenden Klimawandels ist zudem davon auszugehen, dass die Risiken und Gefahren eines Kulturgutsverlusts eher zunehmen als abnehmen.“ In der Folge ist ein erstes Ziel bei Gründung eines Notfallverbundes, dass „durch die Unterzeichnung einer Vereinbarung ein rechtlicher Rahmen geschaffen wird“, erklärt Bernd Poggemöller, Bürgermeister der Stadt Löhne, der es ermögliche, dass sich die Mitgliederstädte bei Bedarf „gegenseitig mit Personal und Material unterstützen.“

Abstimmung mit weiteren Behörden und Durchführung von Übungen
Den Umfang der jeweils zu leistenden personellen und technischen Unterstützung bestimmen die hilfeleistenden Institutionen entsprechend ihrer Kapazitäten. Zudem haben sich die Stadtarchive Bad Salzuflen, Lage, Lemgo und Löhne des neugegründeten „Notfallverbundes Lippe - Herford“ mit weiteren Behörden abzustimmen und führen regelmäßig gemeinsame Übungen durch. Dabei sind die Arbeitsabläufe und Notwendigkeiten bei Eintritt eines Ernstfalls in den vier Institutionen weitgehend gleich.

Die Notfallvereinbarung regelt jedoch nicht nur den Rahmen für Hilfsleistungen im unmittelbaren Schadensfall, sie schafft zudem eine Grundlage für den Austausch von Wissensbeständen, gemeinsame Notfallübungen sowie die Planung und Evaluation von präventiven Maßnahmen. Zur Prävention gehört auch die gemeinsame Anschaffung und Ausstattung von sogenannten Notfallboxen, welche persönliche Schutzausrüstung für die Beteiligten sowie Material zur Erstversorgung von geschädigtem Archivgut beinhalten.

Notfallboxen für eine schnelle Erstversorgung
In den Notfallboxen befinden sich unter anderem Gummistiefel, Schutzanzug, Maske, Schreibutensilien und eine Taschenlampe sowie Stretchfolie, in der feuchtes bzw. nasses Archivgut eingewickelt wird, das sogenannte „Einstretchen“. Anschließend wird das erstversorgte Kulturgut in Transportboxen verpackt und zur restauratorischen Weiterbehandlung abtransportiert. Mit der Gründung des Notfallverbundes und der Beschaffung der Notfallboxen sind zukunftsweisende Maßnahmen zum Schutz des von den Stadtarchiven verwahrten Kulturgutes geschaffen worden.


Bildzeile: Neuer „Notfallverbund Lippe - Herford“ mit den Stadtarchiven Bad Salzuflen, Lage, Lemgo und Löhne gegründet: Zur Unterzeichnung der Notfallvereinbarung trafen sich (sitzend von links) Bernd Poggemöller (Bürgermeister Stadt Löhne), Dirk Tolkemitt (Bürgermeister Stadt Bad Salzuflen), Markus Baier (Bürgermeister Stadt Lemgo) und Frank Rayczik (2. Beigeordneter Stadt Lage; in Vertretung von Bürgermeister Matthias Kalkreuter) gemeinsam mit den Stadtarchivar*innen (stehend von links) Mathis Nolte (Löhne), Sonja Beinlich (Bad Salzuflen), Julia Plötzgen (Lemgo) sowie Lars Sonnenberg (Lage). © Stadt Bad Salzuflen

aufgrund einer Personalversammlung sind nahezu alle Dienststellen der Stadtverwaltung Bad Salzuflen am Mittwoch, 25. Februar 2026, in der Zeit von 9 bis 14 Uhr geschlossen.

Dies betrifft auch die Sozialverwaltung, die Stadtbücherei, das städtische Archiv, die Tourist-Information im Kurgastzentrum sowie die Geschäftsstelle der Volkshochschule Bad Salzuflen. Die Durchführung der VHS-Kurse ist jedoch gewährleistet.

Die Musikschule der Stadt Bad Salzuflen ist von der Schließung nicht betroffen und hat zu den bekannten Öffnungszeiten geöffnet. Das städtische Jugendamt ist während der Personalversammlung über die Notdienstrufnummer (05222) 952-294 erreichbar.

Ab Donnerstag, 26. Februar 2026, stehen die Mitarbeitenden aller Dienststellen wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung.

Wir bitten um Verständnis.