Ein Foto von Kerstin Lege, © privat

Neue Rek­to­rin an Erich Käst­ner-Schu­le

Sonderpädagogin Kerstin Lege übernimmt die Schulleitung

„Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen“, sagte der deutsche Schriftsteller Erich Kästner. Ein Zitat, das nicht passender sein könnte für die gleichnamige Schule in der Kurstadt. Denn jahrelang war die Zukunft der Erich-Kästner-Schule (EKS) ungewiss und auch die Stelle der Schulleitung blieb seit 2021 unbesetzt. Beides hat sich jetzt jedoch mit positiven Neuigkeiten geändert. Nach dem ruhestandsbedingten Abschied von Jürgen Albath, der mehr als zwei Jahrzehnte Rektor war, wurde Kerstin Lege im Rahmen einer Feierstunde am 15. September 2023 offiziell in das Amt der Schulleitung eingeführt.

Ein wegweisender Schritt zur Stärkung der künftigen Ausrichtung für das Kollegium aus 15 Lehrkräften, davon 14 ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer sowie einer Sozialpädagogin als sogenannte „Multiprofessionelle Teamkraft (MPT)“, die die rund 110 Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ in der Sekundarstufe 1 unterrichten. „Gerade für unsere Schülerinnen und Schüler ist es nicht immer leicht, aus den Steinen die ihnen in den Weg gelegt werden etwas zu konstruieren“, sagt Lege. „Unsere Aufgabe an der EKS ist es, die jungen Menschen dabei bestmöglich zu unterstützen. In den kommenden Jahren hoffe ich unter dieser Zielrichtung den Lernenden, den Unterrichtenden, allen anderen an der Schule Beschäftigten, den Eltern und allen an der Erziehung Beteiligten eine Hilfe, Stütze und Ideengeberin als Schulleiterin zu sein, dieses Ziel erreichen zu können.“

Zahlreiche Vorhaben und Projekte zur Neuausrichtung in Planung

Derzeit sind zahlreiche Vorhaben in Planung, wie beispielsweise Trommel- und Leseprojekte sowie ein Projekt mit der Stadtbücherei Bad Salzuflen, die fortan mit Leben befüllt werden wollen. Eines der persönlichen Ziele von Kerstin Lege ist, die Inklusion aus der Perspektive der Förderschule zu gestalten - wie durch Kooperationen mit den Regelschulen. So ist eine Vision für die Erich Kästner-Schule, dass der Gedanke der Inklusion gelebt und umgesetzt wird“, hofft Lege gemeinsame Projekte der Regelschulen und der Förderschule zu initiieren, gemeinsame Fortbildungen der Kollegien anzudenken und das „Gemeinsame Lernen“ mit- und voneinander auf diesem Wege zu ermöglichen. „Die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf wären Teil einer großen Schulgemeinde und nicht angesiedelt an einem Schulort fernab der Schulzentren“, betont Lege. 

Sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf liegt Kerstin Lege am Herzen

Auf ihre neue Aufgabe ist Kerstin Lege bestens vorbereitet, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern im benachbarten Oerlinghausen-Helpup lebt. Denn die 46-Jährige hat langjährige Erfahrung als Lehrerin an Förder- und Grundschulen. Zunächst studierte sie bis 2004 in Paderborn und Köln Lehramt Primarstufe und Sonderpädagogik mit den Fächern Deutsch, Mathematik und Evangelische Religion und war bis 2012 Förderschullehrerin an der Fröbelschule in Oerlinghausen. Anschließend wechselte Lege an die Grundschule Helpup, wo sie bis 2021 das „Gemeinsame Lernen“ mit aufgebaut und initiiert hatte.

Überdies war sie von 2009 bis 2011 Inklusionsfachberaterin im Schulamt Kreis Lippe. Zudem engagierte Lege sich als Moderatorin für Unterrichtsentwicklung und Inklusion im Kompetenzteam Kreis Lippe, um lippische Schulen auf ihrem Weg weiterzubilden und zu begleiten. „Die Förderschule ist meine Schulform. In meiner beruflichen Vergangenheit sammelte ich wertvolle Erfahrungen, auch, dass ich an einer inklusiven Grundschule unterrichtet hatte“, verrät Lege, wobei ihr besonders am Herzen liegt, dass Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf qualitativ und quantitativ gute Förder- und Fordermöglichkeiten erhalten.

Förderschwerpunkt „Lernen“ unterstützt mit speziellen Hilfen, um Bildungsgänge zu ermöglichen

Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im „Förderschwerpunkt Lernen“ ist bei Schülerinnen und Schülern anzunehmen, die in ihren Bildungs-, Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt sind. In der Folge ist ihre Teilhabe an den Bildungsgängen der allgemeinen Schule gefährdet. So benötigen sie mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt „Lernen“ spezielle Hilfen, um sich in einer entwicklungsfördernden Umgebung mit sich selbst sowie ihrer psychosozialen Umwelt auseinander zu setzen und sich schulischen Herausforderungen zu stellen.

Ziel ist die Heranführung an die Bildungsgänge einer Grund- oder Hauptschule. Der als „zieldifferent“ bezeichnete Förderschwerpunkt orientiert sich an den Inhalten und Anforderungen einer Grund- und Hauptschule. Im neunten Schuljahrgang können die Schüler*innen den sogenannten „Abschluss der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen“ erreichen. Dieser Abschluss berechtigt zum Übergang in die Klasse 10 einer Hauptschule, wo nach erfolgreicher Teilnahme am Bildungsgang der sogenannte „Hauptschulabschluss“ erreicht wird.

 

Artikel vom 06. Oktober 2023