CO2-Bilanz, © Olivier Le Moal/stock.adobe.com

Kli­ma­schutz­kon­zept und CO2-Bi­lan­zen

der Stadt Bad Salzuflen

Seit vielen Jahren engagiert sich die Stadt Bad Salzuflen im Bereich Klimaschutz. Bereits im Jahr 2003 startete das auf fünfeinhalb Jahre angelegte Projekt "Energiesparen macht Schule" sowie im Jahr 2005 das Projekt "Energiesparen im Rathaus", deren Ziel es war, durch die Beeinflussung des Nutzerverhaltens den Energie- und Wasserverbrauch nachhaltig zu senken. Beide Projekte wurden erfolgreich durchgeführt. Durch diese Schulungen konnten innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren knapp 1.400 Tonnen CO2 eingespart werden. Weiter wurde durch eine Vielzahl baulicher Maßnahmen die Energieeffizienz städtischer Gebäude verbessert und durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED wurde ebenfalls der Ausstoß an CO2 reduziert.

Im Dezember 2008 beschloss der Rat der Stadt Bad Salzuflen einstimmig, ein Klimaschutzkonzept inklusive einer fortschreibbaren CO2-Bilanz sowie ein Klimaschutz-Teilkonzept „Liegenschaften“ erstellen zu lassen. Das Klimaschutzkonzept enthält Maßnahmenvorschläge zur Reduzierung der CO2-Emissionen und das Teilkonzept für die Durchführung von Energiesparmaßnahmen in den öffentlichen Gebäuden sowie für den Aufbau eines Klimaschutzmanagements in kommunalen Liegenschaften.

Im Februar 2009 beauftragte die Stadt Bad Salzuflen die e&u energiebüro GmbH mit der Erarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes inklusive der Erstellung einer CO2-Bilanz für das Stadtgebiet Bad Salzuflen. Diese Bilanz basiert auf dem Jahr 2007, da aufgrund der vorhandenen Datenlage für frühere Jahre keine Aussagen möglich sind. Grundlage bildeten dabei verfügbare statistische Daten der Stadt Bad Salzuflen, des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW, Daten der Bezirksschornsteinfegermeister, Informationen der Stadtwerke und der E.ON-Westfalen-Weser sowie eine Untersuchung der Techem AG zu spezifischen Heizverbräuchen.

Die Erstellung der CO2-Bilanz wurde begleitet durch den städtischen Arbeitskreis „Kommunaler Klimaschutz“, in dem neben den Ratsfraktionen und Vertretern verschiedener Fachbereiche der Verwaltung, auch die Stadtwerke, Umweltverbände (vertreten durch das Umweltzentrum) sowie Vertreter der örtlichen Bezirksschornsteinfegermeister mitgearbeitet haben.

CO2-Emmissionen nach Sektoren
CO2-Emmissionen nach Sektoren

CO2-Emmissionen nach Anwendungen
CO2-Emmissionen nach Anwendungen

Gefördert wurde die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes mit 80 Prozent der entstehenden Kosten im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ durch das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch das Forschungszentrum Jülich als zuständigem Projektträger (Förderkennzeichen 03KS0110). Ziel der Klimaschutzinitiative ist es, mit mehreren Programmen Klimaschutzpotentiale durch Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbaren Energien zu fördern und eine Minderung der Treibhausgase zu erreichen.

Auf der Grundlage der CO2-Bilanz sind im zweiten Teil des Klimaschutzkonzeptes Maßnahmenvorschläge entwickelt worden. Die komplette CO2-Bilanz und Klimaschutzkonzept mit den möglichen Maßnahmen (das Klimaschutzkonzept wurde bisher noch nicht vom Rat der Stadt beschlossen und dient nur zur Information) können als PDF-Dateien heruntergeladen werden:

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CO2_Bilanz_Klimaschutzkonzept_Teil_1
als PDF (2.75 MB)

Massnahmen_Klimaschutzkonzept_Teil2
als PDF (2.43 MB)

CO2-, En­er­gie- und Treib­haus­gas­bi­lan­zen

Fortschreibung 2015

CO2-Bilanzen sollen in regelmäßigen Abständen fortgeschrieben werden, um die Effekte der Klimaschutzaktivitäten messen und bewertet zu können.

Im Rahmen der Erstellung des „Masterplanes 100 Prozent Klimaschutz Kreis Lippe“ hat der Kreis für jede lippische Kommune eine kommunenscharfe Energie- und Treibhausgasbilanz von der energielenker Beratungs GmbH erarbeiten lassen. Die Energieverbräuche für die Stadt Bad Salzuflen sind für das Bilanzjahr 2015 erfasst und bilanziert worden.

Während in der Vergangenheit verschiedene Bilanzierungsmethoden angewendet wurden, die eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse von Kommunen untereinander schwierig, wenn nicht unmöglich machte, soll nun nach Vorgabe des BMUB (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) nach einer neu entwickelten, standardisierten Methodik namens BISCO = Bilanzierungs-Standard Kommunal bilanziert werden. Die einheitliche Berechnung kommunaler THG-Emissionen (Treibhausgas-Emissionen) ermöglicht nun und in Zukunft eine Vergleichbarkeit der Bilanzergebnisse in Bad Salzuflen sowie zwischen verschiedenen Kommunen.

Im Verkehrsbereich wurde in der Vergangenheit auf die Anzahl der in einer Kommune registrierten Fahrzeuge zurückgegriffen und mit Hilfe von Fahrzeugkilometern und nationalen Treibstoffmixen die THG-Emissionen ermittelt. Dieses sogenannte Verursacherprinzip früherer Jahre unterscheidet sich deutlich vom Territorialprinzip, das bei BISCO angewandt wird, da nun z.B. auch alle Kraftfahrzeuge, die auf der Bundesautobahn 2 über das Stadtgebiet fahren, in die Bilanz einfließen. Im Gebäude- und Infrastrukturbereich wird jetzt auf eine witterungsbereinigte Darstellung der Verbrauchsdaten verzichtet.

Die Anwendung der neuen Bilanzierungsmethode BISCO führt dazu, dass die beiden für Bad Salzuflen vorliegenden CO2-Bilanzen nicht vergleichbar sind.

Die Energie- und Treibhausgas-Bilanz 2015 zeigt die wichtigsten Daten bezüglich der Energieverbräuche, der Treibhausgasemissionen und der Energieträger in Bad Salzuflen.

Energieverbräuche

Die Endenergieverbräuche auf dem Gebiet der Stadt Bad Salzuflen sind in der Bilanz  differenziert nach Energieträgern erhoben worden. Im Bilanzjahr 2015 sind im Stadtgebiet 1.527.858 MWh Endenergie verbraucht worden.

Treibhausgasemissionen

Im Bilanzjahr 2015 sind 509.555 t CO2-Äquivalente (im Folgenden Treibhausgase, THG) im Stadtgebiet ausgestoßen worden. Mit einem THG-Ausstoß pro Einwohner von 9,6 t/a liegt die Stadt Bad Salzuflen unter dem bundesweiten Durchschnitt von knapp unter 11 t/a und deutlich unterhalb des NRW-Schnitts von ca. 16 t/a:

Treibhausgasemissionen nach Sektoren

Die aus den Energieverbräuchen resultierenden THG-Emissionen nach Energieträgern für die Gebäude und Infrastruktur:

Treibhausgasemissionen nach Energieträgern

 

Entwicklung erneuerbare Energien

Mit 35.073 MWh im Jahr 2015 wurden in Bad Salzuflen dabei knapp 15 Prozent des anfallenden Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gewonnen. Für die Jahre 2013 und 2014 liegen keine Daten vor, daher wird hier zwischen 2012 und 2015 eine lineare Entwicklung des Gesamtanteils angenommen.

 

Fazit

Die neue Bilanzierungsmethode BISCO führt zu anderen Ergebnissen als die alte Methode, sodass die Ergebnisse nicht vergleichbar sind.

Die Emissionen pro Einwohner liegen nach neuer Bilanzierungsmethodik auf einem geringeren Niveau als nach alter Methodik. Zwischen 2007 und 2012 lagen die berechneten Emissionen in einem Bereich zwischen 10,4 t und 11 t, für 2015 werden nach neuer Methodik 9,6 t ausgewiesen.

Der gesamte Bericht zur Energie- und Treibhausgasbilanz für die Stadt Bad Salzuflen kann als PDF-Datei heruntergeladen werden:

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Bericht zur Energie- und Treibhausgasbilanz für die Stadt Bad Salzuflen
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