Sta­ti­on 8 - Fach­werk­haus Lan­ge Stra­ße 41

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Mit seinem dreigeschossigen, vierfach vorkragenden Giebel und dem reichen Rosettenschmuck zählt das 1618 im Stil der Renaissance errichtete Ackerbürgerhaus zu den am häufigsten fotografierten Bauwerken in der Region. Das im 18. Jahrhundert um einen rückwärtigen Flügelanbau erweiterte Gebäude erlebte in seiner fast 400-jährigen Geschichte zahlreiche Besitzerwechsel und unterschiedlichste Nutzungen. Bis 2010 war hier das städtische Museum untergebracht.

Zu den früheren Besitzern zählte unter anderem die jüdische Kaufmannsfamilie Obermeyer, die hier seit 1900 ein Haushalts- und Eisenwarengeschäft betrieb. Mit der 1933 erfolgten Machtübernahme durch die Nationalsozialisten begann auch in Bad Salzuflen die systematische Ausgrenzung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstörten Nazi-Schergen Fenster und Geschäftsräume des Hauses. Zum Jahresende 1938 musste Kaufmann Siegfried Obermeyer sein Geschäft für immer schließen. Im Sommer 1939 gelangte die Stadt Bad Salzuflen in den Besitz des Hauses. Siegfried Obermeyer, seine Frau Amalia und der älteste Sohn Ernst wurden zwischen 1942 und 1944 im Ghetto von Lodz beziehungsweise im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Einziger Überlebender der Familie war der jüngste Sohn Hans, der im Juli 1939 mit einem Kindertransport nach England fliehen konnte; er lebte bis zu seinem Tode im Jahr 2015 in den USA.

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