Blühwiesen als dringend benötigte Nahrung für Insekten

Stadt gibt kostenlos Saatgut ab

Blühwiese am Sonnenberg

Ab dem 8. April werden an interessierte Salzufler Bürgerinnen und Bürger kostenlos und solange der Vorrat reicht zwei verschiedene Saatgutmischungen verteilt. Damit sollen in Privatgärten artenreiche Blumenwiese angelegt werden, welche den Insekten und anderen Kleintieren Nahrung und Unterschlupf bieten.

Durch alarmierende Studienergebnisse gerät der starke Rückgang der Insekten zunehmend in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Ein Grund hierfür ist die Abnahme von Blütenpflanzen und Wildkräutern, die als wichtige Nahrungsquellen dienen. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Stadtverwaltung auf öffentlichen Flächen im Stadtgebiet Blühwiesen und -streifen angelegt, um so aktiv den Artenschutz und die Artenvielfalt zu verbessern. Es entstanden auf zahlreichen städtischen Grünflächen Blumenwiesen mit hier heimischen Wildblumen und -kräutern, beispielsweise am Sonnenberg, am Rhienbach in Retzen, an einigen städtischen Grundschulen und angrenzend an verschiedenen Friedhöfen. Auch in diesem Jahr werden Blühwiesen auf weiteren städtischen Flächen angelegt. Die Einsaat von regional abgestimmten Mischungen sorgt für einen langanhaltenden Blühzeitraum und verbessert die Nahrungsversorgung der Insekten entscheidend.  

Erhältlich sind zwei Sorten Saatgut, die Mischung „Blühende Landschaften“ ist für größere Wiesen gedacht. „Bienensommer“ eignet sich für kleinere Flächen bis zehn Quadratmeter wie beispielsweise Vorgärten, da bei dieser Mischung der Blühaspekt im Vordergrund steht.

Abholstellen für kostenloses Saatgut

Abgeholt werden können die Saatmischungen bei der Stadt Bad Salzuflen

  • Stadt Bad Salzuflen | Fachdienst Stadtplanung und Umwelt
    Rudolph-Brandes-Allee 14
    Öffnungszeiten: Mo-Do von 8 - 16 Uhr, Fr. von 8 - 12 Uhr
  • Stadt Bad Salzuflen  Baubetriebshof
    Louis-Uekermann-Weg 2
    Öffnungszeiten: Mo-Do von 7 - 16 Uhr, Fr. von 7 - 13 Uhr
  • Umweltzentrum Heerser Mühle
    Heerser Mühle 1 - 3
    Öffnungszeiten: Mo-Do 8-16.30 Uhr, Fr. 8-12 Uhr

Eine Beratung zum Anlegen von Blühflächen übernehmen das Umweltzentrum Heerser Mühle (Tel.:05222/797151) und der Imkerverein (Tel.:05222/3218).

Fragen?

Ihre Ansprechpartnerin :

Frau Sabine Fanenbruck

Stadt Bad Salzuflen | Stadtplanung und Umwelt
Verwaltungsgebäude Ecke Hoffmannstraße | 1. OG | Raum 1.8
Rudolph-Brandes-Allee 14
32105 Bad Salzuflen

Tel.: [05222] 952-246
Fax: [05222] 952-88246
s.fanenbruck@bad-salzuflen.de

Ursachen und Konsequenzen des Insektensterbens

Der starke Rückgang der Insekten rückt durch alarmierende Studienergebnisse zunehmend in Bewusstsein der Öffentlichkeit. Langzeitstudien, die von 1989 bis 2016 in 96 deutschen Naturschutzgebieten durchgeführt wurden, zeigen, dass die Zahl der Insekten in diesem Zeitraum um mehr als 75 Prozent abgenommen hat. Diese Tatsache ist nicht nur in Deutschland, sondern weltweit festzustellen. Es gibt verschiedene Ursachen, die zu diesem Artenrückgang beigetragen haben. Viele Experten halten den Einsatz großer Mengen Chemikalien (Pestizide) zur Optimierung der Erträge landwirtschaftlicher Flächen für einen der Hauptgründe des Insektenrückgangs.

Der Rückgang der Insekten betrifft in der Konsequenz das gesamte Ökosystem, da sie anderen Tierarten wie Fischen, Fröschen, Eidechsen, Vögeln und Säugetieren als Nahrung dienen. Geht die Anzahl der Insekten zurück, sind auch diese Tierarten in ihrem Bestand gefährdet. Außerdem ist die Bestäubung durch Insekten für viele Nutz- und Wildpflanzen unverzichtbar. Sie steigern und sichern die Erträge in der Landwirtschaft sowie beim Obst- und Gartenbau. Ein Rückgang kann somit auch wirtschaftliche Auswirkungen auf die Ernte von Kulturpflanzen haben.