Stadtforst, © Stadt Bad Salzuflen

Her­aus­for­de­run­gen im Stadt­forst

Klimatische Bedingungen führen zu gravierenden Veränderungen

Die klimatischen Bedingungen der vergangenen Jahre führen zu gravierenden Veränderungen im Stadtwald. Diese erfordern ein Umdenken und neue Ansätze in der Bewirtschaftung der Flächen.

Bürgermeister Dr. Roland Thomas und der technische Beigeordnete Bernd Zimmermann machten sich jetzt vor Ort ein Bild der Lage. „Es ist erschreckend, wie schnell der Wandel voranschreitet“, stellt Bürgermeister Dr. Thomas fest. Gemeint sind die sichtbaren Schäden, die der Borkenkäfer gemeinsam mit der Trockenheit der Jahre 2018 und 2019 verursacht hat. Die Bedingungen für den Forstschädling sind optimal, sodass die Population aktuell sogar intakte Fichtenbestände zum Absterben bringt. In den nächsten Jahren rechnet die Stadt mit einem 100-prozentigen Verlust des Fichtenbestandes und stellt sich dementsprechend auf Einbußen im Holzverkauf ein. „Die extreme Situation verdeutlicht, wie wichtig unsere Wälder gerade unter den Aspekten des Klimawandels sind. Wir müssen deshalb den Umbau des Forstes in einen naturnahen Wald voranbringen“, erläutert Bernd Zimmermann.

Für den zuständigen Stadtförster Alexander von Leffern ist klar, dass sich mit dem Wald auch seine Bewirtschaftung verändern muss. Es geht auch anderen Baumarten und somit dem Wald im Allgemeinen nicht gut. „Wir brauchen gesunde Mischwälder, die klimastabil sind“ so von Leffern. Als Hauptaufgabe der nächsten Jahre benennt er den Aufbau eines solchen Waldes. Dabei setzt er auf eine natürliche und damit nachhaltige Waldbewirtschaftung mit angepassten Wildbeständen.

Die Stadt Bad Salzuflen ist nicht der einzige Waldbesitzer, der sich mit diesen Herausforderungen konfrontiert sieht. Der Verband kommunaler Waldbesitzer hat deshalb am 23. August ein Maßnahmenpaket mit Forderungen und konkreten Vorschlägen zur Bewältigung der Krise beschlossen. So fordert der Verband die Einführung einer sogenannten Klimaschutz-CO2-Bindungsprämie für das im Holz jährlich gespeicherte CO2, die Einbindung in das Klimaschutzpaket der Bundesregierung sowie die Gründung eines Klima-Investitionsfonds Wald. „Außerdem muss es finanzielle Hilfen für die erhöhten Verkehrssicherungsmaßnahmen und für die Bekämpfung von gesundheitsgefährdenden Insekten und Pilzen geben. Da die Bewältigung des Klimawandels eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, bedarf es dringend der Unterstützung durch Bund und Länder“, so Bürgermeister Dr. Thomas.