525 Jahre Stadtrechte für Salzuflen

„Wy, Bernt, Edell Here tor Lippe, bekennen...“

Bildelement 525 Jahre Stadtrechte

Am 28. Mai 1488 verlieh Edelherr Bernhard VII. zur Lippe dem Ort Salzuflen die Stadtrechte und belohnte damit die „treuen Dienste“, die ihm die Salzufler Bürger finanziell und militärisch geleistet hatten. Salzuflen erhielt „auf alle Zeiten“ die gleichen Rechte wie die übrigen lippischen Städte Lemgo, Detmold, Horn oder Blomberg. In der Geschichte Lippes nimmt Salzuflen damit eine besondere Stellung ein. Im Jahr 2013 hatte Bad Salzuflen also seit 525 Jahren Stadtrechte inne.

Im Gegensatz zu den genannten Städten, die schon über  200 Jahre länger Stadtrechte besaßen, war Salzuflen nicht als Stadt gegründet und planmäßig angelegt worden, sondern hatte sich aus eigener Kraft zu einer der wichtigsten Ortschaften des Landes entwickelt.

Schon über 400 Jahre lang sprudelte der Solebrunnen auf dem Salzhof und prägte die Wirtschaft des Ortes. Im von vielen Kriegen und Fehden geplagten 15. Jahrhundert bildete Salz einen stabilen Wert. Der Besitz von Anteilen an den Siedekotten war eine sichere Geldanlage für Adel und Kirche, aber auch für die immer wohlhabender werdenden Bürger. Mit dem Wohlstand wuchs auch das Selbstbewusstsein der Gemeinde, die sich nach und nach weitere Rechte erwerben konnte. So kaufte der Rat die Mühle und das Gut Seligenwörden mit dem künftigen Stadtwald an, ebenso die einträglichen Rechte auf den Weinausschank und die Abgabe einer Biersteuer. Zudem hielt man jeweils Ende August einen großen Jahrmarkt ab.

Doch immer wieder bedrohten Kriegsereignisse die Menschen, auch weil Landesherr Bernhard, genannt „belliciosus“, der Kriegerische, sich andauernd an militärischen Streitigkeiten beteiligte. Das unbefestigte Salzuflen litt besonders unter Brandschatzungen, Plünderungen und Lösegelderpressungen, am schlimmsten 1447 während der sogenannten Soester Fehde. Ihrem Landesherrn standen die Salzufler mit finanzieller Hilfe und ihrem militärischen Bürgeraufgebot zur Seite. Daher duldete der Landesherr auch die kurz darauf begonnene Errichtung einer Stadtmauer mit Toren und Türmen, von denen noch der Katzenturm erhalten ist.

Als 1480 schließlich auch die Ablösung von der Pfarrkirche in Schötmar und die Gründung einer eigenen Stadtkirche auf dem Hallenbrink gelang, war Salzuflen faktisch zu einem so bedeutenden Ort geworden, dass der Landesherr ihn auch rechtlich mit seinen anderen Städten gleichstellen musste. Das bedeutete die Bestätigung der gesicherten Marktfreiheit, das Recht, Zünfte und Gilden zu gründen und eine eigene Gerichtsherrschaft innerhalb der Stadtmauern. Erhalten ist der Wortlaut der im 18. Jahrhundert verloren gegangenen Urkunde in ihrem Konzept im NRW-Landesarchiv Detmold.

Die Verleihung der Stadtrechte 1488 wurde zum Auftakt einer wirtschaftlichen Blütephase in der Renaissance, die sich im Stadtbild bis heute in prächtigen Stein- und Fachwerkbauten widerspiegelt. Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt Salzuflen in Lippe an Größe und Reichtum nur noch von Lemgo übertroffen. Mit großen Jubiläumsfeiern ist 1888 und 1988 an das Ereignis erinnert worden.

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