Das Land des Lä­chelns

32105 Bad Salzuflen
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Sie liebt ihn und er liebt sie und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage!? Wenn es schon im echten Leben nicht so einfach ist, wenigstens in der Operette, der romantischen Hollywood-Komödie des Musiktheaters, könnte dem Traumpaar doch ein Happy End vergönnt sein?
Auch wenn »Das Land des Lächelns« mit wunderschön kitschigen Walzerklängen daherkommt, so leicht macht es uns der Operettenkönig Franz Lehár nicht. Vielmehr lag es dem Komponisten am Herzen, seinem Publikum keinen leicht verdaulichen »Operetten-Blödsinn« zu servieren, sondern Charaktere, die lieben und leiden, auf die Bühne zu stellen.
Zunächst scheint alles ganz einfach zu sein. Lisa, eine vorlaute, lebensfrohe Wiener High-Society-Tochter, verliebt sich in Prinz Sou-Chong, einen chinesischen Diplomaten von zurückhaltend charmantem Naturell. Gegensätze ziehen sich eben an - Lehár geizt an keiner Stelle mit Klischees. Doch kaum ist die gegenseitige Liebesbekundung ausgesprochen, ruft Sou-Chong die Pflicht, als designierter Ministerpräsident muss er unverzüglich zurück nach Peking. Lisa, selbstbewusst und selbstbestimmt, nimmt ihr Schicksal kurzerhand selbst in die Hand und folgt ihrem Prinzen nach China. Was in Wien so romantisch begonnen, findet in Peking schnell sein jähes Ende. Sou-Chong gelingt es nicht, sich freizumachen von den uralten Traditionen seiner Familie; er muss, so verlangt es die Sitte, vier Mandschu-Mädchen heiraten und - es kommt noch besser - erachtet es nicht einmal für notwendig, Lisa davon zu berichten, dass er bald fünf Ehefrauen, statt einer haben wird. Sie erfährt über drei Ecken von den Heiratsplänen ihres Mannes und beschließt wütend und gekränkt schnellstmöglich nach Wien heimzukehren.

Wer nun denkt, die Operette illustriere die kulturellen Gegensätze von China und Europa, unterschätzt das Stück und wähnt sich in falscher Sicherheit. Was Franz Lehár geschickt unter dem Deckmantel des Exotismus tarnt, ist heute noch genauso aktuell wie vor über 90 Jahren.
»Das Land des Lächelns« erzählt eine Parabel über die Unvereinbarkeit von privaten Wünschen und gesellschaftlichen Konventionen, über unser Gefangensein in verkrusteten Gesellschaftsstrukturen, über die mangelnde Fähigkeit miteinander zu kommunizieren und über die Unsinnigkeit von Fremdheitszuschreibungen. Denn, wie Karl Valentin treffend formulierte: »Ein Fremder ist nicht immer ein Fremder« beziehungsweise jede*r von uns ist beinahe überall auf der Welt fremd. Dieses Gefühl des eigenen Fremdseins und die damit einhergehende Offenheit dem Anderen gegenüber wird niemals an gesellschaftlicher Brisanz verlieren.

Ter­mi­ne für die­se Ver­an­stal­tung

  • Samstag, 03.04.202119:30 - 21:30 Uhr

Hier findet die Veranstaltung statt

Konzerthalle Bad Salzuflen
im Kurpark
32105 Bad Salzuflen

Wis­sens­wer­tes

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