Mädchen mit Koffer, © ©tirlik - stock.adobe.com

Emp­feh­lung für Kin­des­um­gän­ge

bei getrennt lebenden Eltern während der Corona-Pandemie

Das Jugendamt der Stadt Bad Salzuflen empfiehlt die Umgänge wie gewohnt durchzuführen, um die Kinder nicht noch weiter zu verunsichern. Durch den Wegfall von Kita und Schule als wichtige entwicklungsfördernde Sozialstrukturen sind die Kinder sehr verunsichert und brauchen die Gewissheit, dass wenigstens im nahen familiären Umfeld die Alltagstrukturen erhalten bleiben.

Um die Gesundheit der Kinder nicht zu gefährden, gibt es in besonderen Fällen natürlich Ausnahmen, bei denen befristet die Umgänge ausgesetzt werden sollten.

Gründe dafür wären:

  • Eine nachgewiesene Infektion des anderen Elternteils oder der mit im Haushalt lebenden Personen mit dem Coronavirus, oder Symptome, die auf eine Infektion hindeuten
  • Eine nachgewiesene Infektion des Kindes mit dem Coronavirus
  • Ein längerer Kontakt des anderen Elternteils mit einer infizierten Person z.B. im Arbeitsumfeld

Der umgangsberechtigte Elternteil muss verantwortungsvoll für sich prüfen, ob einer dieser Gründe vorliegt. Er ist verpflichtet, den anderen Elternteil davon in Kenntnis zu setzen, wenn dies der Fall ist. Der umgangsberechtigte Elternteil ist aber nicht verpflichtet eine Negativbescheinigung eines Arztes vorzulegen, dass er keine Coronainfektion hat. Eine Sorge desjenigen Elternteils, wo das Kind überwiegend lebt, um dessen Gesundheit, ist kein ausreichender Grund, den Umgang zu unterbrechen. Wir gehen davon aus, dass Sie sich als Eltern regelmäßig über die Medien über die aktuellen Maßnahmen zur Ansteckungsprävention informieren und die Richtlinien des Robert Koch Institutes einhalten.

Bei Umgangsunterbrechung aus einem der genannten Gründe, sollte es die Möglichkeit geben regelmäßig zu festgelegten Zeit mit dem anderen Elternteil zu telefonieren oder zu skypen. Sobald die o.g. Gründe nicht mehr vorliegen, sollte der Umgang wieder fortgesetzt werden. Wenn die Möglichkeit besteht, können ausgefallene Umgangstage -evtl. auch anteilig- nachgeholt werden.

Bei Fragen können Sie sich von Montag bis Freitag zwischen 13 und 19 Uhr an die Familienberatungs-Hotline des Kreises Lippe wenden. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern und andere Erziehungspersonen. Sie können die Hotline unter 05231. 621777 erreichen oder die Beratung per E-Mail nutzen.