Ortsrecht der Stadt Bad Salzuflen

Richtlinien der Stadt Bad Salzuflen über die Förderung von Kindern in Kindertagespflege gemäß Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) - Kinder- und Jugendhilfe - aktuell, gültig ab 01.01.2016 - (vom 01.01.2016)

1. Grundsätze und Voraussetzungen für Kindertagespflege

Kindertagespflege wird nach Maßgabe der §§ 22, 23, 24 und 43 SGB VIII bewilligt.

Kindertagespflege ist vorwiegend eine Betreuungsform für Kinder unter drei Jahren oder eine Ergänzung anderer Betreuungsformen. Kinder sollen vorrangig Kindertageseinrichtungen und Betreuungsangebote an Schulen z. B. offene Ganztagsschule besuchen, sofern dort Plätze frei sind und dies zumutbar und ausreichend ist.

2. Voraussetzungen und Umfang der Zahlungen

Die laufende Geldleistung (Tagespflegegeld) umfasst die Erstattung angemessener Kosten, die der Tagespflegeperson für den Sachaufwand (1/3) entstehen und einen angemessenen Betrag zur Anerkennung ihrer Förderleistung (2/3) in pauschalierter Form.

Darüber hinaus werden nach den gesetzlichen Regelungen nachgewiesene Aufwendungen für  Beiträge  zur  Unfallversicherung  sowie  zur  Hälfte  zu  einer  angemessenen  Alterssicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung erstattet.

Voraussetzung ist, dass die Tagespflegeperson mindestens in drei Monaten im Kalenderjahr Kinder in Kindertagespflege betreut hat, für die das Jugendamt Tagespflegegeld gezahlt hat.
Fachbezogene Fortbildungskosten können mit Nachweis bis max. 150,00 € jährlich erstattet werden.

3. Kindertagespflegegeld

Für die Betreuung durch den anderen Elternteil oder durch Personen in Haushaltsgemeinschaft wird kein Tagespflegegeld gewährt. Die Gewährung des Tagespflegegeldes an die Tagespflegeperson beginnt zum ersten eines Monat und endet zum letzten eines Monats. Der Antrag muss bis spätestens zum 15. eines Monats eingegangen sein. Die Auszahlung des Tagespflegegeldes erfolgt jeweils am Ende eines Betreuungsmonats. Die Tagespflegebeendigung bedarf der schriftlichen Anzeige vor Ende der Betreuung durch die Tagespflegeperson beim Jugendamt.Über  betreuungsfreie  Zeiten  sollen  Regelungen  zwischen  den  Tagespflegepersonen  und den Eltern getroffen werden.Eine Unterbrechung der Betreuung durch nicht von der Tagespflegeperson zu vertretenden Gründen (z.B. Krankheit oder Urlaub des Kindes) ist bis zu 6 Wochen kalenderjährlich für die Zahlung des Tagespflegegeldes unbeachtlich.Die  Sicherstellung  einer  Vertretung  beim  Ausfall  einer  Tagespflegeperson  (z.B.  durch Krankheit) erfolgt, sofern die Eltern dies wünschen, durch das Jugendamt. Wird diese Vertretung in Anspruch genommen, so wird für diesen Zeitraum das Tagespflegegeld nur an die Vertretungskraft gezahlt.Die  Höhe  des  Tagespflegegeldes  wird  gestaffelt  nach  der  Anzahl  der  monatlichen  Betreuungsstunden,  nach  der  Qualifizierung  der  Tagespflegepersonen  und  nach  der  Betreuungszeit.



StufeBetreuungsstunden pro Monat

Tagespflegegeld
PG1

Tagespflegegeld
PG2
1Eingewöhnungszeit als Pauschale pro Kind vor Beginn der regelmäßigen Betreuung35,00 Euro35,00 Euro
2über 20 - 40 Stunden105,00 Euro120,00 Euro
3über 40 - 60 Stunden175,00 Euro200,00 Euro
4über 60 - 80   Stunden245,00 Euro280,00 Euro
5über 80 - 100 Stunden315,00 Euro

360,00 Euro

6über 100 - 120   Stunden385,00 Euro    440,00 Euro
7über 120 - 140   Stunden455,00 Euro520,00 Euro
8über 140 - 160   Stunden525,00 Euro600,00 Euro
9über 160 - 180   Stunden595,00 Euro680,00 Euro
10über 180 - 200   Stunden665,00 Euro760,00 Euro
11über 200 Stunden735,00 Euro840,00 Euro

Jede  angefangene  Betreuungsstunde  zählt  als  volle  Zeitstunde.  Bei  einer  Betreuung  von unter 20 Stunden im Monat (z.B. Randzeiten) erfolgt eine stundengenaue Abrechnung. 

Die Höhe des Tagespflegegeldes wird mit einem durchschnittlichen Stundensatz in der Betreuungsstufe  von
3,50 €  vergütet  (PG1).  Tagespflegepersonen  erhalten  einen  auf  4,00  € erhöhten  durchschnittlichen  Stundensatz  (PG2),  wenn  sie  einen  abgeschlossen  Qualifizierungskurs (mind. 160 Std.) oder eine sozialpädagogische Ausbildung absolviert haben und sich verpflichten, die Teilnahme an mindestens 8 Fortbildungsstunden im Jahr nachzuweisen. 

Für  Tagespflege  in  dafür  angemieteten  Räumlichkeiten  (außer  Modellprojekten)  wird  auf Antrag eine zusätzliche monatliche Sachkostenpauschale von bis zu 200,00 € je Tagespflegeperson gezahlt, sofern im Durchschnitt mindestens 3 Kinder im Monat betreut werden. 

Findet die Kindertagespflege in Räumlichkeiten einer Tageseinrichtung für Kinder statt, kann an die Tagespflegeperson auf Antrag eine zusätzliche monatliche Aufwandspauschale von 200,00 € gezahlt werden.

Bei einer Betreuung zu ungünstigen Zeiten wochentags (5:00 Uhr bis 8:00 Uhr und 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr) sowie am Samstag und am Sonntag wird das Tagespflegegeld um 2,00 € je  Kind/Stunde  erhöht.  Bei  Betreuung  in  den  Nachtstunden  (22.00  Uhr  bis  5.00  Uhr)  wird eine Nachtpauschale von 25,00 € pro Betreuungsnacht gezahlt.

4. Heranziehung der Eltern gem. § 90 SGB VIII

Die  Heranziehung  erfolgt  gemäß  der  Satzung  der  Stadt  Bad Salzuflen über die Erhebung von  Elternbeiträgen  für  die  Inanspruchnahme  von  Kindertageseinrichtungen,  Kindertagespflege und den Besuch der Offenen Ganztagsschule im Primarbereich in Bad Salzuflen in der jeweils gültigen Fassung.

Die Erhebung zusätzlicher Elternbeiträge durch Tagespflegepersonen ist unzulässig. Für die Verpflegung  des  Kindes  können  Tagespflegepersonen  die  Zahlung  eines  angemessenen Essensgeldes mit den Eltern/Erziehungsberechtigten vereinbaren.

5. Generalklausel

Besonders gelagerte Betreuungsfälle werden vom Jugendamt nach pflichtgemäßem Ermessen beurteilt und entschieden.

6. Inkrafttreten

Diese Richtlinien treten am 01.01.2016 in Kraft und ersetzen die bisherigen Richtlinien der Stadt Bad Salzuflen zur Förderung von Kindern in Tagespflege vom 01.04.2013.

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